Das Wien-ABC

Heute gibt es einen Eintrag zum Buchstaben „P“ – wie Palais.

Eingang Palais Pallavicini

Das Wort stammt aus dem Französischen und bedeutet “Palast”. Zuerst einmal ist ein Palais ein repräsentatives Gebäude. In Wien finden sich mehr als 160 Palais. Viele davon sind als unbefestigte Adelswohnsitze in der Stadt erbaut. Damit steht ein Palais im Gegensatz zur Burg, die normalerweise eine Befestigung aufweist. Schlösser sind natürlich auch Adelswohnsitze, diese findet man aber eher auf dem Land – wobei es natürlich auch hier Ausnahmen, sie Schloss Schönbrunn, gibt. Umgekehrt gibt es auch Palais, die bei ihrer Erbauung nicht in der Stadt gelegen sind, etwa das Palais Auersperg. Und zuguterletzt gibt es auch Palais, die nicht als Adelswohnsitz erbaut worden sind, etwa das Palais Equitable, das für eine amerikanische Versicherungsgesellschaft erbaut worden ist. Gar nicht so einfach also zu erklären, was ein Palais eigentlich ist. Jedenfalls sind es durchwegs schmucke Häuser, die oft mit einer Beletage – also einem höheren Stockwerk im 1. Stock – ausgestattet sind. Hier waren Gäste geladen, hier zeigte der Hausherr seinen Stand und hier wurde auch gefeiert.

Palais Lobkowitz

Der Grund, warum in Wien so viele Palais stehen ist einfach. Hier haben die Habsburger residiert und über Jahrhunderte war Wien Hauptstadt eines riesigen Reiches. Das heißt, hier hatte man die besten Möglichkeiten Karriere zu machen, sich gesellschaftlich zu etablieren. Viele adlige Familien sind nach Wien gekommen um genau von diesen Chancen zu profitieren – und so finden wir heute Palais von Familien, deren Wurzeln weit verstreut liegen: Palais Bartolotti-Partenfeld, Liechtenstein, Coburg, Daun-Kinsky, Lobkowitz, Epstein, Ephrussi oder Esterházy. Viele der Wiener Palais sind Barockbauten, etwa das Palais Augarten, aber auch im 19. Jahrhundert sind viele Palais entstanden, etwa das Erzherzog Ludwig Viktor am Schwarzenbergplatz. Viele Palais sind mit der Zeit verloren gegangen, im Krieg beschädigt oder abgerissen. Aber immer noch ist man eine gute Weile beschäftigt, sich alle Palais in Wien anzusehen. Da viele der Palais aufwändig dekoriert sind und prunkvolle Portale haben, zahlt es sich aus, mit offenen Augen durch Wien zu gehen.

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