Das Katzenfest

Der schwarze Kater Fedelis machte einen Buckel und streckte sich. Dann schüttelte er die Pfoten, denn Schnee konnte er gar nicht leiden. Aber ab und zu muss man vor die Tür, um zu sehen was es Neues gibt und ob sich ein Fremder im Revier breitmachen will. Da sah er den rot getigerten kleinen Kater, von allen nur „der Rote“ genannt, die verschneite Straße daherspazieren. Es folgte das übliche Begrüßungsritual. „Wie ist es dir heute ergangen?“ fragte Fedelis den Roten. „Die Menschen sind sehr freigiebig um diese Zeit und keiner weiß warum. Gleich beim ersten Haus kam ein Zweibeiner heruas, und nachdem ich ihm erklärt hatte, dass ich Hunger habe, brachte er mir Fischköpfe und Milch.“

Es war nun dunkel geworden, die Straßenlaternen verbreiteten ein sanftes Licht und in den Fenstern strahlten Kerzen. Es öffnete sich eine Tür und ein großer Tigerkater sprang heraus und stolzierte zu den zwei Katern. „Heute ist ein schöner Abend, wollen wir nicht ein Konzert machen?“, begrüßte der Kater die beiden. Fedelis machte den Tenor, der Rote war der Bariton und der Tiger gab dem Gesang noch den letzten Schliff mit seinem Bass. Schaurig schön klang es durch die Nacht. „Wisst ihr, die Menschen benehmen sich jetzt komisch“, bemerkte Yaris, der Tigerkater, als sie die Arie fertig gesungen hatten. „Ja, du hast recht, schaut euch den Mann dort an, er schleppt den Wald nach Hause.“ „Tatsache ist doch, dass sie uns damit eine Freude machen wollen“, erklärte er. „Sie hängen allerlei glänzendes Spielzeug auf einen Baum, und als ich voriges Jahr so herrlich damit spielte, riefen alle fröhlich durcheinander und klatschten.“ Fedelis stimmte zu. „Ich glaube auch, dass es ein besonderer Ehrentag für uns ist. Letztes Jahr richtete meine Familie den Esstisch so wunderbar her, ich kann euch sagen, diese Düfte! Ich sprang also auf den Tisch, um zu sehen, was sie mir Köstliches bereitgestellt hatten, da kam meine nette Dienerin gelaufen und gab mir ein Stück Fisch auf meinen Teller.“ „Ich weiß noch, was für einen Spaß mir die Meinen damals bereitet haben“, schnurrte Yaris zustimmend. „Sie richteten leere Kartons und buntes Papier für mich her. Ich sprang von einer Schachtel zur anderen. Doch die meiste Freude machte ihnen wohl, als ich das raschelnde Papier fein säuberlich in Stückchen zerriss. Nachdem ich mich so angestrengt hatte, meinte mein Diener, ich müsse mich erholen, und öffnete mir die Tür.“

„Ich glaube es wird Zeit, wir dürfen nicht zu spät zu unserem Fest kommen“, stellte der Rote fest. „Adieu, meine Freunde, bis morgen!“ Sie trennten sich und jeder verschwand, um das Katzenfest nicht zu versäumen.

Norbert Savoy

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein schönes Fest im Kreise Eurer Liebsten!

Frohe Weihnachten

Eure Sandra

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